Wohnung selbst streichen oder Maler beauftragen? Der ehrliche Vergleich
Die ehrliche Antwort vorweg: Ein durchschnittlich geschickter Heimwerker kann ein normales Zimmer selbst streichen — und spart dabei echtes Geld. Bei einer kompletten 60-Quadratmeter-Wohnung stehen 700 bis 850 Euro Malerkosten gegen etwa 100 bis 200 Euro für Farbe, Rollen, Abdeckfolie und Klebeband. Die Differenz ist der Lohn für Ihre eigenen Wochenenden — und genau da beginnt die eigentliche Rechnung.
Der Zeitfaktor wird fast immer unterschätzt: Was der eingespielte Profi in zwei Tagen erledigt, kostet Ungeübte oft zwei volle Wochenenden — Ausräumen, Abkleben, Grundieren, zwei Anstriche, Trocknungszeiten, Aufräumen. Wer diese Zeit hat und die Arbeit nicht scheut, fährt mit Eigenleistung günstig. Wer sie von freien Abenden abknapsen muss, rechnet besser ehrlich mit dem eigenen Stundenlohn.
Der Qualitätsunterschied zeigt sich weniger beim Rollen als bei allem drumherum: saubere Kanten zwischen Wand und Decke, gleichmäßige Deckkraft ohne Ansätze und Wolken, ordentlich gespachtelte Untergründe. Gerade dunkle oder intensive Farbtöne und Sichtverhältnisse mit Streiflicht verzeihen keine Nachlässigkeit — hier trennt sich Heimwerker- von Profi-Ergebnis am deutlichsten.
Es gibt Fälle, in denen der Profi klar die richtige Wahl ist: hohe Decken und Treppenhäuser (Gerüst- und Absturzthema), Altbauwände mit Rissen und losem Putz, Nikotin- oder Wasserflecken, die eine Sperrgrundierung brauchen, Schimmelverdacht (dazu unser eigener Beitrag) und alle Situationen, in denen das Ergebnis repräsentativ sein muss — etwa vor dem Wohnungsverkauf oder bei der Übergabe.
Auch fürs Mietrecht lohnt der Blick: Starre Schönheitsreparatur-Klauseln sind vielfach unwirksam, aber wo eine wirksame Klausel greift, verlangt sie fachgerechte Ausführung — schlampige Eigenleistung kann bei der Wohnungsübergabe teurer werden als der Maler vorher. Im Zweifel Mietvertrag prüfen und bei der Übergabe auf Nummer sicher gehen.
Ein guter Mittelweg: Eigenleistung bei der Vorbereitung (Ausräumen, Abdecken, alte Dübel raus, Löcher grob verschließen) plus Profi für Spachtel- und Streicharbeit. So sinkt die Rechnung spürbar, das Ergebnis bleibt professionell — die meisten Betriebe lassen sich darauf gerne ein, wenn es vorher vereinbart ist.
Und denken Sie an den Steuerbonus: Beim beauftragten Maler holen Sie 20 Prozent des Arbeitslohns (bis 1.200 Euro pro Jahr) über die Steuererklärung zurück — das verkleinert den Abstand zwischen Selbermachen und Machen-Lassen noch einmal deutlich. Geprüfte Malerbetriebe mit echten Kundenbewertungen finden Sie in unserem Verzeichnis für 20 deutsche Städte.
Häufige Fragen
Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung stehen 700 bis 850 Euro Malerkosten gegen 100 bis 200 Euro Materialkosten — gespart wird also der Arbeitslohn. Dafür kostet die Eigenleistung Ungeübte oft zwei volle Wochenenden.
Bei hohen Decken und Treppenhäusern, rissigen Altbauwänden, Nikotin- oder Wasserflecken (Sperrgrund nötig), Schimmelverdacht, dunklen Farbtönen und überall dort, wo das Ergebnis repräsentativ sein muss.
Eigenleistung bei der Vorbereitung (Ausräumen, Abdecken, grobe Löcher schließen), Profi für Spachteln und Streichen. Vorher mit dem Betrieb vereinbaren — das senkt die Rechnung und hält die Qualität.
Nur wenn eine wirksame Schönheitsreparatur-Klausel im Mietvertrag greift — viele starre Klauseln sind unwirksam. Wo gestrichen werden muss, gilt fachgerechte Ausführung; schlampige Eigenleistung kann bei der Übergabe teurer werden als der Maler.
